Reifengrösse überprüfen (und verstehen, was sie bedeutet)
Die Reifengrösse zu überprüfen ist gar nicht kompliziert, wenn man weiss, worauf zu achten ist. Auf der Seitenwand jedes Reifens findet sich ein Code, der wichtige Informationen enthält: Breite, Profil, Felgendurchmesser, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex. Diese Angaben sind entscheidend bei der Auswahl neuer Reifen – in der Schweiz beeinflusst die richtige Dimension auch die Zulassung an der MFK (Motorfahrzeugkontrolle).
Die falsche Reifengrösse kann nicht nur das Fahrverhalten und die Sicherheit beeinträchtigen, sondern auch den Kraftstoffverbrauch erhöhen.
Finden Sie Ihre Reifengrösse anhand Ihrer Fahrzeugdaten
In der Schweiz finden Sie die zugelassenen Reifendimensionen direkt im Fahrzeugausweis, Feld 32. Dort sind alle zulässigen Dimensionen für Ihr Fahrzeugmodell eingetragen.
Wählen Sie die passende Dimension aus dieser Liste – so stellen Sie sicher, dass Ihr Fahrzeug MFK-konform bleibt.
Reifengrösse – So lesen Sie die Kennzeichnung
Sie finden die Reifengrösse Ihres Fahrzeugs auf der Seitenwand Ihrer aktuellen Reifen, im Fahrzeugausweis (Feld 32) oder im Handbuch.
In der Schweiz befindet sich zudem häufig ein Aufkleber mit den Dimensionen an der Türsäule oder im Tankdeckel.
Bei einem Reifenwechsel sollten Sie unbedingt die gleichen Grössenangaben verwenden, damit die Reifen zu Ihrem Fahrzeug passen und bei der MFK akzeptiert werden.
Auf der Reifenflanke sehen Sie eine Zahlenreihe wie im Beispiel oben beschrieben. Diese Zahlen stellen Ihre Reifengrösse dar. Die Zahlen werden von links nach rechts gelesen und beziehen sich auf die verschiedenen Aspekte der Reifenkennzeichnung.
Fragt ein Euromaster-Techniker beispielsweise nach Ihrer Felgengrösse, finden Sie diese auf der Reifenwand als R16 oder R17. Sie können dann antworten, dass Ihre Felgengrösse 16 oder 17 Zoll beträgt.
Reifen Parameter erklärt
Breite
Die ersten drei Zahlen auf der Reifenflanke geben die Breite in Millimetern an – gemessen von einer Seitenwand zur anderen. Bei "205" ist Ihr Reifen 205 mm breit. Breitere Reifen bieten mehr Bodenhaftung und sorgen für stabileres Fahrverhalten, verbrauchen aber mehr Kraftstoff. Schmalere Reifen verbessern in der Schweiz oft den Grip auf nassen Strassen, besonders in bergigen Gebieten.
Profil
Das Profil beschreibt die Höhe der Reifenflanke als Prozentsatz der Breite.
Bei 205/55 R16 bedeutet "55" eine Flankenhöhe von 55 % der Breite.
- Flache Profile (z. B. 40 oder 45): sportlicher, direkter, aber härter
- Höhere Profile (z. B. 65 oder 70): komfortabler, ideal für Schweizer Strassenverhältnisse
Felgendurchmesser
Diese Angabe zeigt, für welche Felgengrösse der Reifen passt – in Zoll. "R16" bedeutet, dass der Reifen auf eine 16-Zoll-Felge gehört. Das "R" steht für Radialbauweise, heute Standard in der Schweiz und weltweit. Reifen und Felgengrösse müssen exakt zusammenpassen – sonst drohen Ablehnungen bei der MFK und Sicherheitsrisiken.
Geschwindigkeitsindex
Der Geschwindigkeitsindex erscheint als Buchstabe nach dem Lastindex und zeigt die maximal zugelassene Geschwindigkeit.
Ein "V" steht z. B. für bis zu 240 km/h.
Auch wenn Sie in der Schweiz selten so schnell fahren, ist dieser Wert wichtig für die Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen.
Lastindex
Der Lastindex zeigt, wie viel Gewicht ein Reifen bei maximaler Geschwindigkeit tragen kann. Ein "91" entspricht 615 kg pro Reifen. Wählen Sie niemals einen zu niedrigen Lastindex – dies erhöht das Risiko für Reifenplatzer, besonders auf Alpenstrassen oder bei Anhängern.
Extra Load (XL) und verstärkte Reifen
SUVs, Lieferwagen und Fahrzeuge, die oft beladen werden, benötigen XL-Reifen.
In der Schweiz ist dies besonders bei Fahrzeugen im Gebirge oder bei Wohnmobilen wichtig.
Runflat-Reifen
Runflat-Reifen verfügen über verstärkte Seitenwände und ermöglichen Weiterfahrt trotz Luftdruckverlust – ca. 80 km bei max. 80 km/h.
Sie eignen sich gut für Schweizer Autobahnen oder abgelegene Regionen, sind aber härter und teurer.
Die Reifenmarkierungen und -codes verstehen
Jeder Reifen trägt auf seiner Seitenwand einen Code, der alle wichtigen Informationen enthält. Diese standardisierte Kennzeichnung verrät Ihnen alles über die Grösse und die Eigenschaften des Reifens. Wenn Sie diese Codes lesen können, sparen Sie Zeit bei der Reifensuche und kaufen garantiert die richtige Grösse.
Ein typischer Reifencode wie 205/55 R16 91V enthält folgende Informationen:
- 205 – Reifenbreite in mm
- 55 – Aspektverhältnis (Höhe der Seitenwand als Prozentsatz der Breite)
- R16 – Radialbauweise für 16-Zoll-Felgendurchmesser
- 91 – Lastindex (maximale Tragfähigkeit)
- V – Geschwindigkeitsindex (Höchstgeschwindigkeit unter Last)
Manche Reifen tragen zusätzliche Kennzeichnungen wie XL für erhöhte Tragfähigkeit oder M+S bzw. 3PMSF für Winter- und Schneebedingungen. Diese Angaben sind besonders in der Schweiz wichtig, wo alpine Strassenverhältnisse spezielle Anforderungen an die Reifen stellen.
Wenn Sie diese Angaben kennen, können Sie beim Online-Kauf oder im Gespräch mit den Fachleuten im Euromaster Servicecenter sofort die passende Reifengrösse nennen und sicherstellen, dass sie den Herstellervorgaben Ihres Fahrzeugs sowie den Anforderungen der Schweizer MFK entspricht.
Was passiert, wenn Sie die falsche Reifengrösse verwenden?
Reifen, die nicht zur empfohlenen Grösse Ihres Fahrzeugs passen, mögen zunächst wie ein kleines Problem erscheinen – doch die Auswirkungen auf Sicherheit, Kosten und die MFK-Zulassung können erheblich sein.
Handhabungs- und Stabilitätsprobleme: Zu breite oder zu schmale Reifen verändern die Strassenlage Ihres Fahrzeugs. Das Auto reagiert in Kurven anders als gewohnt und benötigt längere Bremswege – besonders bei nassen Schweizer Strassenbedingungen.
Schäden an Fahrwerk und Bremsen: Falsche Reifengrössen wirken sich direkt auf Fahrwerk, Lenkung und Bremsen aus – sie verschleissen schneller und können im schlimmsten Fall beschädigt werden.
Ungenaue Tachoanzeige: Ihr Tacho ist auf die Standardreifengrösse eingestellt. Mit einem abweichenden Reifendurchmesser zeigt er falsche Geschwindigkeiten an – Sie könnten ohne es zu merken zu schnell unterwegs sein, was in der Schweiz schnell zu Bussen führen kann.
Höherer Kraftstoffverbrauch: Reifen, die nicht zu Ihrem Fahrzeug passen, erhöhen den Rollwiderstand. Ihr Motor muss mehr leisten – das macht sich an der Tankstelle bemerkbar.Versicherungs- und MFK-Probleme: Mit falscher Reifengrösse gefährden Sie Ihren Versicherungsschutz bei Unfällen. Bei der MFK (Motorfahrzeugkontrolle) kann Ihr Fahrzeug zudem beanstandet werden, wenn die montierten Reifen nicht den im Fahrzeugausweis eingetragenen Dimensionen entsprechen.
Schauen Sie deshalb immer im Fahrzeughandbuch, im Fahrzeugausweis (Feld 32) oder auf dem Türrahmen-Aufkleber nach, welche Reifengrösse für Ihr Auto vorgesehen ist. Falls Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich an unser Fahrzeugdaten-Tool oder fragen Sie einen Euromaster-Techniker.
Weitere wichtige Sicherheitsprüfungen für Reifen
Überprüfung der Profiltiefe
Das Profil sorgt für Grip auf der Strasse und leitet Wasser ab, was Aquaplaning verhindert. In der Schweiz gilt wie in der EU eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1.6 mm über die mittleren drei Viertel der Lauffläche. Viele Schweizer Werkstätten und Organisationen wie der TCS empfehlen jedoch, Sommerreifen bereits ab 3 mm und Winterreifen ab 4 mm zu ersetzen, da die Sicherheit bei Nässe und Schnee sonst deutlich abnimmt. So prüfen Sie die Profiltiefe selbst:
- Profilverschleissanzeigen: Diese kleinen Erhebungen in den Reifenrillen zeigen an, wann die gesetzliche Grenze erreicht ist – nämlich wenn das Profil auf gleicher Höhe mit ihnen liegt.
- Profiltiefenmesser: Ein einfaches und präzises Werkzeug für genaue Messungen.
- Der 1-Franken-Test: Stecken Sie eine 1-Franken-Münze in die Profilrille. Wenn der äussere Rand sichtbar wird, liegt die Profiltiefe vermutlich unter der empfohlenen Marke – Zeit für neue Reifen.
Zu geringes Profil verlängert nicht nur Ihren Bremsweg erheblich. Es kann in der Schweiz auch zu Bussen führen, wenn Ihre Reifen die gesetzlichen Mindestanforderungen unterschreiten.
Saisonale Reifenprüfungen
Die Reifenleistung ändert sich mit den Jahreszeiten. Im Schweizer Sommer müssen Reifen hohe Strassentemperaturen, Alpenpässe und lange Autobahnfahrten verkraften, während im Winter guter Grip auf kalten, nassen oder vereisten Strassen entscheidend für Ihre Sicherheit ist.
Mit regelmässigen saisonalen Checks bleiben Sie das ganze Jahr sicher unterwegs:
Wechsel zum Winter: Sobald die Temperaturen dauerhaft unter 7 °C fallen, sorgt der Wechsel auf Winter- oder Ganzjahresreifen für deutlich besseren Halt und verkürzt den Bremsweg erheblich – besonders relevant in Regionen wie dem Mittelland oder den Alpen.
Frühling und Herbst: Beim Saisonwechsel lohnt sich ein genauer Blick auf Ihre Reifen – achten Sie auf Schäden, abgefahrene Stellen oder ungleichmässigen Verschleiss, besonders nach Monaten mit vielen Schlaglöchern oder winterlichen Bedingungen.
Reifendruck: Temperaturwechsel beeinflussen den Reifendruck stark. Prüfen und korrigieren Sie ihn mindestens einmal im Monat und immer vor längeren Fahrten. In der Schweiz kann ein zu niedriger Reifendruck besonders in Bergregionen zu gefährlichem Fahrverhalten führen.
Machen Sie sich diese Checks zur Gewohnheit. Das erhöht nicht nur Ihre Sicherheit im Strassenverkehr, sondern schont auch Ihre Reifen und verlängert deren Lebensdauer. Und wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, vereinbaren Sie gleich einen Termin und lassen Sie Ihre Reifen von unseren Fachleuten prüfen.
FAQs - Reifengröße
Die richtige Reifengrösse finden Sie an der Seitenwand Ihrer aktuellen Reifen oder im Fahrzeughandbuch. In der Schweiz finden Sie die zugelassenen Dimensionen auch im Fahrzeugausweis (Feld 32). Oft ist diese Information zusätzlich auf einem Aufkleber im Türrahmen oder unter dem Tankdeckel zu finden.
Wir raten davon ab, Reifen zu montieren, die nicht den Herstellervorgaben entsprechen. Selbst kleine Abweichungen können das Fahrverhalten und die Bremsleistung beeinträchtigen und sogar die Tachometeranzeige verfälschen. Zudem kann Ihr Fahrzeug bei der MFK beanstandet werden, wenn die montierte Reifengrösse nicht mit den im Fahrzeugausweis eingetragenen Dimensionen übereinstimmt.
Am sichersten fahren Sie mit den im Handbuch, im Fahrzeugausweis oder auf dem Türsäulen-Aufkleber angegebenen Reifengrössen.
Niederquerschnittreifen (z. B. 45 statt 65) verbessern die Präzision beim Lenken und sehen sportlicher aus. Allerdings bieten sie weniger Komfort und sind anfälliger für Schäden durch Schlaglöcher. Auf Schweizer Strassen, insbesondere in Bergregionen, fahren sich Reifen mit höherem Profil oft angenehmer und halten länger.
Was am besten passt, hängt letztlich von Ihrem Fahrstil und Ihrem Fahrzeugtyp ab.
Bei Reifengrössen wie 205/55 R16 werden Breite und Profil in Millimetern angegeben, der Felgendurchmesser jedoch in Zoll:
- 205 = Reifenbreite in Millimetern
- 55 = Profil (Höhe als Prozentsatz der Breite)
- R16 = Radialbauweise für eine 16-Zoll-Felge
Diese Mischung der Masseinheiten ist internationaler Standard. Versuchen Sie nicht, die Werte umzurechnen – verwenden Sie immer den vollständigen Code.
Viele glauben, schmalere Reifen sparen Kraftstoff. Doch Reifen, die nicht den Herstellervorgaben entsprechen, können die Sicherheit gefährden und langfristig teurer werden. Nicht eingetragene Reifengrössen können zudem zu Problemen bei der MFK führen.
Reifen sind Teil des Gesamtsystems Ihres Fahrzeugs – die Grösse zu ändern ist kein sinnvoller Weg zu mehr Effizienz. Achten Sie stattdessen auf den korrekten Reifendruck und eine ausreichende Profiltiefe – das spart tatsächlich Treibstoff.
Es gibt mittlerweile auch spezielle spritsparende Reifen, die Sie in der für Ihr Auto passenden Grösse kaufen können.